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Nach einem zweitägigen Saufgelage sieht Puntila, ein reicher Gutsbesitzer und Despot, in seinem Chauffeur Matti auf einmal einen „Menschen“ und vertraut sich ihm an. Er sorgt sich, weil er im Zwiespalt steht.

Für die bevorstehende Verlobung seiner Tochter Eva mit einem Attaché müsste er entweder einen Wald oder sich selbst an die Tante des Attachés verkaufen, die ein Faible für ihn hat. Außerdem fürchtet er schon seinen nächsten Anfall „totaler, sinnloser Nüchternheit“ in dem er nicht mehr menschlich sondern rücksichtslos und unfair ist. Um dem entgegen zu wirken beschließt er weiter zutrinken.

Als Kampftrinker heuert sich Puntila die nächstbesten Arbeiter an und verlobt sich mit vier Frühaufsteherinnen. Außerdem will er seine Tochter mit Matti anstatt mit dem langweiligen Attaché verloben. Nüchtern kündigt er die Arbeiter, schmeißt die vier Verlobten von seinem Hof und gibt Matti die Schuld, seiner Tochter den Kopf verdreht zu haben.

Selbst eine vorgetäuschte Affäre zwischen Matti und Eva bringen den Attaché nicht davon ab, zu heiraten. Dieser ist entweder sehr naiv oder zu verschuldet, um von der Hochzeit abzulassen. Eva selbst würde lieber den Matti heiraten als den „dummen Attaché“.

Höhepunkt ist die Verlobungsfeier von Eva und dem Attaché. Puntila beginnt zu saufen, und schmeißt schließlich den Attaché vor allen Leuten vom Hof, weil er seine „Visage“ nicht mehr sehen kann. Anstelle des Attachés soll nun Matti Eva heiraten.

 

Das Stück lebt von den Dialogen zwischen Puntila und Matti. Beide genießen diese Gespräche aus unterschiedlichen Motiven. Puntila gefällt sich in seinen Träumen, in denen er Menschen Gutes will. Matti bleibt mit seinen Antworten auf Distanz, doch verzichtet er dabei nicht auf Doppeldeutigkeit. Er würde aber nie widersprechen wenn der Gutsherr nüchtern ist.

Matti ist Puntila geistig überlegen. Entscheidend ist, dass dem Knecht das Recht einer Verweigerung des Dialoges nicht gegeben ist.

Matti durchschaut Puntilas Wesen und macht dadurch die Figur desGutsbesitzers auch für den Zuschauer durchschaubar.

Brecht selber kündigt das Stück als ein Volksstück an. Bei ihm ist das allerdings nicht das volkstümlich-derbe Theater, sondern eine Verknüpfung von „Volkstümlichkeit und Realismus“. Er verwendet Motive aus dem einfachen Volksstück z.B. die derben Charaktere, „anzügliche“ Szenen und Situationskomik. Er will den Zuschauern jedoch auch zeigen, dass man Empörung über unmenschliche Zustände auf viele Arten darstellen kann.

Saison 2008

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